Die späte Frucht der Reinheit

Autor: świadectwo

Ich bin ein schon älterer Mann, der bereits 25 Jahre Ehe hinter sich hat. Wir haben 3 Kinder groß gezogen. Ich möchte die jüngeren Leser dazu ermuntern, die voreheliche Reinheit zu leben, in dem ich ein Argument anführe, dessen Rang ich erst vor einige Jahren zu spüren bekommen habe.

 

Ich habe meine Frau kennengelernt, als wir beide noch sehr jung waren. Sie war erst 16, ich 17 Jahre alt. Meine damalige Lebensweise war alles andere als an der Bibel orientiert, die ich gar nicht kannte. Bereits seit vielen Jahren war ich der Kirche fern geblieben, ging nicht zum Religionsunterricht, wurde nicht wie meine Altersgenossen gefirmt. In den ersten Monaten unserer Bekanntschaft blieb meine Beziehung zur Kirche und zu den religiösen Bräuchen unverändert. Erst nach einiger Zeit ließ ich mich von meiner Freundin dazu überreden, mit ihr sonntags in die Messe zu gehen. Ich spürte damals kein Bedürfnis danach und tat dies auch nicht aus Überzeugung, sondern nur deshalb, weil ich mit meiner Freundin zusammen sein wollte. Erst nach vielen Jahren besserte sich meine Beziehung zu Gott.
Die Entwicklung unserer Gefühle und die Vertiefung unserer Bekanntschaft ging sehr sanft vor sich, langsam, sehr natürlich. Wir verbrachten sehr viel freie Zeit miteinander und erfreuten uns an unserer Gesellschaft. Obwohl das Bedürfnis nach gegenseitiger Zärtlichkeit stieg, hatten wir die ganze Zeit das Bewußtsein, dass die Bewahrung der Reinheit für uns einen gemeinsamen, sehr wichtigen Wert darstellt, den es zu bewahren gilt. Dabei half uns die Tatsache, dass wir beide vorher keine ernsten Beziehungen und Erfahrungen hatten. Natürlich war es nicht einfach, aber wir gaben nicht nach. So kam für uns nach 5 Jahren endlich der Tag der Hochzeit. Wir gingen vorher zur Beichte und brauchten uns für Nichts zu schämen, denn wir haben niemals gegen das 6. Gebot verstoßen. Dies war für uns ganz selbstverständlich, es war ein Geschenk Gottes, dessen Wert ich erst nach 20 Ehejahren vollkommen ermessen sollte.
Nach dem Studium der Theologie fing ich an, im Gymnasium als Religionslehrer zu arbeiten. Mit den Abiturienten sprach ich viel über die Problematik der sexuellen Enthaltsamkeit und die Vorbereitung auf das Eheleben. Vor einigen Jahren während eines Gespräches über die Notwendigkeit der sexuellen Enthaltsamkeit hob eine Schülerin die Hand und fragte: „Und ist es Ihnen denn gelungen, als sie noch verlobt waren, enthaltsam zu sein?” Ich mochte diese Frage, die mir bereits viele Male gestellt worden war, denn so konnte ich Zeugnis geben. Ich sagte also ruhig: „Schau mir ins Gesicht – hätte ich ein schlechtes Gewissen, dann müsste ich in diesem Moment rot werden. Dies werdet ihr jedoch bei mir nicht sehen. Ja, ich und meine Freundin, später Verlobte, sind dem 6. Gebot immer treu geblieben.” Ich sagte dies mit Freude und mit Stolz und erst da wurde mir bewußt, dass in der letzten Reihe meine 18 jährige Tochter saß. Es war nämlich ihre Klasse. Es hatte sich vorher niemals die Gelegenheit geboten, dass ich ihr dies hätte erzählen können. Jetzt aber, dank der Frage ihrer Freundin, konnte ich öffentlich Zeugnis über unsere Reinheit ablegen. Für den Bruchteil einer Sekunde fühlte ich eine tiefe Bewegung und eine ungeheure Freude. Ich verstand, dass es sich wirklich gelohnt hat, in Keuschheit zu leben. Zu Hause erzählte ich meiner Frau davon. Dieses Ereignis machte uns bewußt, dass die Gnade der Reinheit ihren vollen Wert für uns erst an diesem Tag, fast 20 Jahre nach unserer Hochzeit, erreicht hat.
Liebe Jugendliche! Ich möchte Euch von ganzem Herzen dazu ermuntern, die sexuelle Enthaltsamkeit vor der Ehe zu leben, indem ihr diesen ganzen Bereich Jesus anvertraut und Euch vor Augen führt, dass möglicherweise in Zukunft dieses Argument die wichtigste Motivation für Eure Kinder darstellen wird, ebenfalls diese Haltung anzunehmen.
 
Euer älterer Freund
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