"Mein Herr und mein Gott" (Joh 20, 28)

Autor: Mirosław Rucki

Das Dogma über die Heiligste Dreifaltigkeit entzieht sich rationalen Erklärungen und ruft daher bei jedem denkenden Menschen einen ganz natürlichen Widerstand hervor. Wer hat sich dieses Dogma ausgedacht und wozu? Wäre es nicht leichter, einfach an einen einzigen Gott zu glauben, ohne darauf einzugehen, dass dieser aus drei Personen besteht? Doch, natürlich wäre das leichter, es würde aber Gott nicht gerecht werden, der uns die Wahrheit über sich selbst offenbart hat.

Bei den Juden kursiert die Redensweise, dass bei jedem Juden Sünde, Unglaube oder sogar ein Abfall vom Glauben vorkommen könne, dass ein Jude jedoch psychisch schwer krank sein müsse, um einen anderen Juden als Gott anzuerkennen. Diese Überzeugung hängt unmittelbar mit der Geschichte der biblischen Offenbarung zusammen, in deren Verlauf das jüdische Volk schwer geprüft wurde, um die Wahrheit über Gott und die Wahrheit über den Menschen unterscheiden zu lernen. Jeder Jude weiß genau, wer Gott ist und wer der Mensch ist. Und jeder weiß auch genau, dass weder Gott Mensch sein kann, noch der Mensch Gott sein kann.

 

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