Gefahren der Esoterik

Autor: testimony

Ich möchte nicht sagen, dass Bioenergotherapeuten schlechte Menschen seien – sie erliegen einfach einer schlechten Ideologie.

Ich bin 46 Jahre alt, glücklich verheiratet und Vater dreier bereits erwachsener Kinder. Ich stamme aus einer Familie, wo der Vater praktisch ungläubig gewesen ist und die Mutter versucht hat, mir wenigstens die wichtigsten religiösen Grundbegriffe beizubringen. Ich wurde getauft und empfing auch die Erste Heilige Kommunion – und das war im Grunde auch schon alles. Dann kamen die Jahre der jugendlichen Auflehnung, die mich von der Kirche entfernten. Mein Leben wurde leer. Weil ich aber ein suchender Mensch war, bemühte ich mich, Gott zu finden – doch ich suchte Ihn nicht dort, wo Er zu finden war. Ich begann nämlich, mich für New Age und die ganze damit verbundene Esoterik-Bewegung zu interessieren. Ich verschlang ganze New-Age-Bände. Das war in den 70er Jahren, als Publikationen dieser Art erst in die Läden kamen. Diese Lektüre führte zu einem großen Durcheinander in meinem geistigen Leben. Gott hörte für mich auf, ein persönlicher Gott zu sein, und schien mir irgendeiner kosmischen Energie ähnlich – alles in allem. Dies führte wiederum dazu, dass ich sehr gerne verschiedene Ideologien annahm, sogar solche, die aus anderen Religionen stammten.
In dieser Zeit tauchte in meinem Leben die Liebe auf, dann die Ehe, Kinder und natürlich verschiedene Probleme, die das Leben mit sich bringt – Krankheiten der Kinder, der Ehefrau, verschiedene Schwierigkeiten … Der Mensch versucht, damit auf irgendeine Art und Weise zurechtzukommen. Ich wählte leider die Bioenergotherapie …Damals traf ich einen Wünschelrutengänger, der feststellte, dass man bei den gesundheitlichen Problemen innerhalb meiner Familie von der Bioenergotherapie Gebrauch machen sollte, denn seiner Meinung nach wäre dies eine Chance, die Gesundheit wiederzuerlangen. Ich ließ mich zu solch einer Sitzung überreden, auch meine Frau und meine Kinder nahmen daran teil. Nach mehreren Sitzungen stellte der Bioenergotherapeut fest, dass ich sehr starke Anlagen hätte, um mich selbst in dieser Richtung weiterzuentwickeln. Dies gefiel mir natürlich sehr, denn weshalb sollte ich nicht Gebrauch davon machen, wenn ich so mir selber und meiner Familie helfen könnte und dazu noch anderen Menschen? Ich ließ mich damals von wohlmeinenden Absichten leiten und wollte niemandem Schaden zufügen.
Von diesem Moment an vertiefte ich mich noch mehr in esoterische Literatur und nahm auch an okkultistischen Kursen teil. Zunächst machte ich einen Reiki-Kurs des ersten Grades, dann des zweiten Grades, danach einen Kurs in tibetanischer Massage; ich kam auch mit dem Schamanismus und anderen ähnlichen Bereichen in Berührung. Denn es verhält sich so: Das eine ist mit dem anderen verbunden, und der Mensch versucht, wenn er mit einer Sache erst einmal in Berührung gekommen ist, noch weiter zu suchen. Damals habe ich in dem, was ich tat, nichts Schlimmes gesehen; eine Zeit lang lebte ich sogar von der Bioergotherapie. Es schien mir, als würde ich den Menschen irgendwie helfen, als würde ich in die richtige Richtung gehen, denn die Menschen hatten positive Erlebnisse während meiner Sitzungen. Ich war beispielsweise in der Lage, die Emotionen und Gedanken der Menschen, die ich berührte, zu erkennen. Ich hatte auch solche Erlebnisse wie Astralreisen und Verlassen des eigenen Körpers.
Es geschahen auch merkwürdige Dinge in meinem Leben. Dies alles gefiel und imponierte mir sehr. Es war etwas Neues, Spannendes, was über den grauen Alltag hinausging. Ich suchte weiter … Kurz darauf hatte ich sogar eine buddhistische Initiation – dabei wurde mir eine Haarsträhne abgeschnitten, die dann nach Indien geschickt wurde, wo sie an einem Altar nach einer speziellen Zeremonie verbrannt wurde. Ich bekam sogar einen buddhistischen Namen. Alle esoterischen Neuigkeiten wollte ich mir so schnell wie möglich zu eigen machen.
Geistig entfernte ich mich immer mehr von der Kirche, ich war eigentlich niemals ein Mensch, den die Kirche besonders anzog (die Teilnahme an einem Gottesdienst war für mich damals ein unnötiges Ereignis). Ich habe jedoch eine sehr gläubige Frau, die wollte, dass ich an allen Gottesdiensten und Andachten teilnehme und auch mit den Sakramenten lebe, und sie ermunterte mich stark dazu. Ich wehrte mich dagegen, denn ich begann, jeden Besuch in der Kirche immer stärker zu spüren. Zunächst waren da verschiedene unangenehme Gedanken, ein schlechtes Allgemeinbefinden, und dann hörte ich sogar mitten in der Kirche eine Flut von Verwünschungen. Am Ende kam es sogar so weit, dass ich Probleme hatte, das Weihwasser zu berühren. Das alles war für mich damals sehr schwierig. Ich fühlte nämlich eine durchdringende Leere, die mit dem Fehlen eines persönlichen Gottes verbunden war, denn Gott war für mich damals, wie ich bereits erwähnte, nur Energie. Und natürlich fällt es schwer, mit irgendeiner Energie zu reden, sich an sie zu wenden …
Unser Familienleben starb langsam aber sicher, schrittweise verlor ich den Kontakt zu meinen Kindern. Auch die Beziehung zu meiner Frau wurde immer schlechter. Es wäre fast zur Scheidung und zum Verlust meiner Liebsten gekommen. Dies war ein weiterer Bereich des negativen Einflusses der Bioenergotherapie …
Und noch eine weitere negative Folge: mein Gesundheitszustand. Bei der Behandlung von Menschen mit ernsthaften Erkrankungen wie Krebs übernahm ich irgendwie ihre Beschwerden. Und dies sogar bis zu dem Grad, dass ich vor Schmerzen fast ohnmächtig wurde; der Krankenwagen brachte mich ins Krankenhaus, man führte verschiedene Untersuchungen durch, wonach die Ärzte feststellten, dass mir gar nichts fehlte. Ein Musterexemplar an Gesundheit …
Ich bekam eine Depression mit Selbstmordgedanken. Es gab Zeiten, in denen ich praktisch unaufhörlich solche Gedanken hatte. Ich fühlte die Sinnlosigkeit meines Lebens, nichts hatte irgendeinen Wert mehr für mich … Dies wurde so stark, dass ich beispielsweise beim Autofahren fast die ganze Zeit über das Bedürfnis hatte, in einen Lastwagen hineinzufahren oder an einen Baum zu fahren. Das war wirklich sehr stark – fast so, als ob mich jemand überreden würde: „Tue es!“, „Biege ab!“, „Fahr rein!“ … Pausenlos dieser aufdringliche, destruktive Gedanke. Als ich wirklich nicht mehr damit zurechtkam, kam mir der Gedanke: „Herr, rette mich!“ Und Gott reagierte.
Offensichtlich genügt ein einziger Seufzer, damit Gott unsere Bitte beantwortet. In diesem Moment fügte Gott eine Reihe von Ereignissen in meinem Leben. Zunächst war da das Engagement meiner Frau. Ich erfuhr später, dass meine Frau schon seit Jahren für meine Bekehrung gebetet hatte.
In unserer Gemeinde fanden gerade Exerzitien statt. Ein Ordensgeistlicher sollte sie führen, und meine Frau überredete mich, hinzugehen. Ich sagte: „Weißt du was, ich geh da nicht hin, denn ich bin mir sicher, dass ein weiterer Priester mich wieder nur über Abtreibung etc. belehren will. Das interessiert mich überhaupt nicht. Ich habe keinen umgebracht und werde es auch nicht tun. Kein Interesse.“ Aber meine Frau ließ nicht locker. Am Ende dachte ich mir: „Ich tue es für dich und gehe hin“.
Während dieser Exerzitien habe ich zum ersten Mal im Leben das Wort Gottes, das mit Macht verkündet wird, gehört. Der Ordensmann sprach mit solch einer großen Macht, mit solch einer Überzeugung, dass seine Worte wie ein Meißel waren, der in meinem Herzen ritzte. Dieser Priester glaubte an das, was er sagte und lebte auch danach. Dies war für mich ein Wendepunkt. „Da ist doch irgendetwas dran“, dachte ich mir. Ich war der Überzeugung: „Irgendetwas ist an dem Ganzen dran. Ich muss weiter suchen“.
Dann kam die nächste Aktion, die Gott eingefädelt hatte. Meine Freunde baten mich, an einer Messfeier mit Heilungsgebeten teilzunehmen. Anfänglich stand ich dieser Bitte negativ gegenüber: „Ist doch total sinnlos, wozu soll ich da hinfahren? Ich werde doch nur ein paar Stunden in einer überfüllten oder kalten Kirche rumstehen …“. Aber mein psychischer Zustand war damals schon so schlecht, dass ich letztendlich sagte: „Okay, ich werde höchstens etwas Zeit verlieren“. Ich nahm meine ganze Familie, meine Frau und die drei Kinder, mit.
Vor Ort sah ich, wie machtvoll Gott wirkte. Ich traf dort auch zum ersten Mal im Leben Menschen, die über verschiedene Gaben, beispielsweise die Gabe der Prophetie, verfügten. Eine dieser Personen richtete folgende Worte an mich: „Ich weiß nicht, ob ich Dir das sagen kann, denn es sind sehr harte Worte“. Ich antwortete: „Mir ist alles egal, Du kannst mir sagen, was Du willst“. Und ich bekam Folgendes zu hören: „Wenn Du dich nicht bekehrst, dann gehst Du mitsamt Deiner ganzen Familie verloren“. Ich dachte mir: „Okay. Ich kann verloren gehen, mir ist sowieso alles egal, aber die Familie und die Kinder – nein. Da muss ich was tun“. Ich fragte also weiter nach, was ich tun sollte. „Bekehre Dich! Bete! Geh und bitte Gott um Verzeihung!“, bekam ich zur Antwort. Ich ging also zumFürbittgebet hin. Das war auch eine Neuigkeit für mich. Ich sagte, was mich hergeführt hatte; dass es sich um Abhängigkeiten handle, die höchstwahrscheinlich durch die Bioenergotherapie entstanden sind, und dass es vielleicht gut wäre, sich davon zu befreien. Die angesprochenen Personen sagten mir: „Mit solchen Dingen muss man zu einem Priester gehen. Stellen Sie sich in die entsprechende Warteschlange zu einem Priester“. Das tat ich. Als ich jedoch an der Reihe war, wechselte der Priester zu einer anderen Schlange. Und so lief ich von Warteschlange zu Warteschlange. Gott hatte wohl seinen Spaß mit mir … Ich ging zu der Person hin, mit der ich zuvor gesprochen hatte, und sagte: „Ich habe keine Möglichkeit, zu einem Priester durchzukommen. Das Treffen geht schon zu Ende. Wenn Du kannst, dann versuch doch, für mich zu beten“. Die Person sagte: „Hier ist ein Priester, den ich gut kenne, und eine Ordensfrau. Komm, wir können zusammen beten“. Wir gingen zu der Schwester hin. Sie schaute mich an und sagte: „Nein, Du warst ja noch nicht beichten. Geh und beichte zuerst, dann kannst Du am Fürbittgebet teilnehmen“.
Ich kehrte von diesem Treffen mit dem Gedanken zurück, dass man alles tun muss, um sich zu retten. Ich fragte, was ich weiter tun sollte. Man riet mir, ich solle versuchen, mit der ganzen Familie zu beten. Das war ein neuer Abschnitt in meinem Leben, denn bis dato hatten wir noch nie gemeinsam gebetet. Wir beteten weder mit den Kindern, noch beteten wir gemeinsam, und nach dieser Eucharistiefeier waren wir in der Lage, uns gemeinsam hinzusetzen und zu beten. Das war ein wirklich außergewöhnliches Erlebnis – das gemeinsame Gebet mit den heranwachsenden Kindern und der Ehefrau … Dann folgte das tägliche, abendliche Gebet, das anfing, uns wieder zu vereinen. Unsere gegenseitige Beziehung erneuerte sich. Und das war ein weiterer Abschnitt meiner Befreiung und Heilung.
Nach einem Monat folgte eine weitere Messfeier. Wir fuhren wieder mit der ganzen Familie hin, und diesmal gab es keine Probleme – sogleich stellten wir uns in eine Reihe zu einem Priester. Als der Priester anfing, für mich zu beten, traten die ersten – ich will es mal so nennen – Spezialeffekte auf. Der Priester fragte mich, wie ich mich fühle. Ich antwortete, dass mir zum Lachen zumute sei – und tatsächlich fing ich auch an zu lachen, es war einfach stärker als ich.
Daraufhin sagte der Priester zu mir: „Beten wir weiter!“ Und stellt Euch vor, beim weiteren Gebet fletsche ich die Zähne und knurre wie ein Hund! Man beobachtet, was da mit einem geschieht, ist aber überhaupt nicht in der Lage, sich zu beherrschen. Das war ein wahrer Schock! Ich sagte zu mir selber: „Was geschieht da mit mir? Ich bin wohl schon völlig durchgedreht!“ Der Priester betete weiter … Ich stehe nur da, etwas in mir zittert, knurrt, und ich beobachte mich wie ein Außenstehender. Nach einiger Zeit des Betens sagte der Priester, dass vor dem Namen Jesu jedes Knie sich beugen muss. Im selben Moment falle ich auf die Knie nieder. Es war aber nicht so, dass ich niedergefallen oder gestolpert wäre – ich wurde mit solch einer großen Kraft gestoßen, dass ich wie ein kleines Staubkörnchen auf der Kniebank landete, das von einer Sturmböe dahingeweht wurde. Ich stürzte auf die Kniebank, doch ich hatte bei diesem starken Stoß das Gefühl, als wäre ich auf Kissen gelandet. Ich fühlte den Schutz eines großen Wesens, das mich liebt. Der Priester betete weiter. Ich fühlte Erleichterung, und es kam zum nächsten Wendepunkt in meinem Leben – ich widersagte allen dämonischen Kräften in meinem Leben, mit denen ich in Kontakt getreten war. Ich fing an, mein Leben aus einer anderen Perspektive zu betrachten.
Dann kam die nächste Etappe – der geistige Kampf. Auf der einen Seite hatte ich die ganze Zeit über Versuchungen, zu dem zurückzukehren, womit ich mich früher beschäftigt hatte, auf der anderen Seite wusste ich, dass ich das nicht tun durfte. Ich musste mein ganzes früheres Leben neu ordnen. So musste ich beispielsweise um die 50 Kilo okkultistischer Literatur verbrennen, alle Pendel, Wünschelruten und ähnliche Gegenstände, die ich für meine Arbeit gebraucht hatte, rausschmeißen. Ich musste auch mein Umfeld wechseln. Ich hatte befreundete Bioenergotherapeuten, die leider nicht gut geendet hatten. Manche starben an den Krankheiten, die sie bei anderen heilten. Viele der Personen, die ich kannte, nahmen ein tragisches Ende. Diejenigen, die leben, haben verschiedene Probleme und sind genauso blind, wie ich einst gewesen bin, und nicht in der Lage zu erkennen, wobei sie da eigentlich mitmachen.
Das nächste bedeutende Ereignis in meinem Leben war die Teilnahme an Exerzitien. Dort lernte ich das christliche Leben von Grund auf kennen, seine Grundsätze und Glaubenswahrheiten. Gleichzeitig wurde ich durch weitere Gebete eines Priesters und der Gemeinschaft befreit. Als es jedoch zum wichtigsten Gebet und zur endgültigen Befreiung kommen sollte, war ich nicht in der Lage, alleine aus meinem Zimmer herauszukommen.
Ich saß in meinem Zimmer, und wäre da nicht meine Frau gewesen, die mich praktisch herausgeschleppt hat, so wäre ich wahrscheinlich gar nicht mehr rausgekommen. Stellt Euch eine Situation vor, in der der Mensch aufsteht, zur Tür gehen möchte, aber seine Beine drehen sich von alleine um und er muss in die umgekehrte Richtung gehen! In solchen Momenten offenbart sich der Dämon dermaßen, dass der Mensch seine eigenen Reaktionen, seinen eigenen Körper, das, was er tut, nicht mehr unter Kontrolle hat. Das Gebet dauerte ca. 1 ½ Stunden und war mit unglaublichen Effekten verbunden: In einem bestimmten Augenblick schlugen die Türen und Fenster der Kapelle auf und zu, und die Hunde im Hof fingen an zu heulen. Das war eine Szene wie aus einem Horrorfilm! Nach diesem Gebet fühlte ich mich wie nach einer ungeheuren, extremen sportlichen Anstrengung; ich war ganz wund, aber doch glücklich, weil ich fühlte, dass mich etwas Böses verlassen hatte. Ich fühlte einfach Frieden, Erleichterung und große Freude, dass ich endlich frei bin und meinen Körper unter Kontrolle habe.
Soweit hatte mich die Bioenergotherapie gebracht. Ich möchte nicht sagen, dass Bioenergotherapeuten schlechte Menschen seien – sie erliegen einfach einer schlechten Ideologie. Der Mensch, der durch diese Art der Tätigkeit etwas Gutes tun möchte, verwickelt sich und schadet anderen, weil er in einen Bereich eintritt, den Gott uns nicht zur Verfügung gestellt hat.
Zum Schluss möchte ich sagen, dass Jesus unglaublich barmherzig und gütig ist. In meinem Leben hat er so Vieles verändert, dass man es gar nicht aufzählen kann; unter anderem hat er mich außer von den Folgen der Bioenergotherapie auch von vielen Krankheiten und vor allem von der Depression geheilt. Ehre sei Gott!
Jetzt lebe ich ein Leben mit den Sakramenten, und meine Anwesenheit in der Kirche ist für mich eine Tatsache, die mir Kraft zum Weitermachen gibt.
 

Christoph

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