Die lange Geschichte der Kulturkämpfe (1. Teil)

Autor: Grzegorz Kucharczyk

Das diktatorische Regime des Relativismus, welches die zeitgenössische europäische Kultur und Politik beherrscht, ein Phänomen, vor dem Papst Benedikt XVI. systematisch warnt (zuletzt während seines Aufenthaltes in England), ist nichts anderes als die Fortsetzung der „Kulturkämpfe“, die sich seit dem Jahre 1789 auf unserem Kontinent abspielen.

Der Kulturkampf fand nicht nur in Deutschland in den Zeiten Bismarcks statt, sondern hatte seine eifrigen Nachahmer in Frankreich, Italien, Portugal und Spanien. Wie man leicht erkennen kann, betraf diese Erscheinung vor allem katholische Länder (oder solche, in denen wie in Deutschland nach 1871 ein sehr großer Bevölkerungsanteil katholisch war). In all diesen Ländern kam es zu einem brutalen Kampf verschiedener liberaler Abspaltungen gegen die katholische Kirche mit Hilfe des durch sie beherrschten (so in Frankreich, Italien und den Ländern der Iberischen Halbinsel) oder zeitweilig ihnen gewogenen Staatsapparates (so in Deutschland unter Bismarck). Im Propagandakampf benutzte man Phrasen wie „Fortschritt“, „Verbreitung der wahren Erziehung“, „Freiheit“. Von der Letzteren war jedoch in allen Kulturkämpfen am wenigsten zu spüren.

 

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