Eine Abtreibung verzeihen

Autor: testimony

Gott, Vater, mache mich zu einem Werkzeug Deiner Liebe zum Schutz ungeborener Kinder und ihrer Mütter. Ich denke, Du möchtest, dass ich diesen Brief schreibe … Führe mich und die Menschen, die diesen Brief lesen werden, zu Deiner unendlichen Liebe.

In Diskussionen rund um das Thema Abtreibung sage ich immer: „Man darf nicht töten! Selbst dann nicht, wenn das Kind bei einer Vergewaltigung entstanden ist. Selbst dann nicht, wenn das Leben der Mutter bedroht ist“. Ich kann nichts weiter sagen. Ich könnte nur noch meine Tränen zeigen und meine eigene Geschichte erzählen …
Ich fange mit dem Schluss an. Vor ein paar Tagen hatte ich einen Traum: Ich hielt ein Neugeborenes in meinen Händen. Ich hatte aber keine Anziehsachen für das Kind. Ich wickelte es in eine Windel und ging in ein Geschäft. Aber dort hatten sie auch nichts und man bediente uns nur ungern. Und ich wunderte mich, wie es dazu gekommen war, dass ich nichts für das Kind vorbereitet hatte, dass ich nichts da hatte. Der Anblick des Kleinen beruhigte mich. Ich sah, dass ihm kalt war und dass es sich bei mir wohlfühlte. Das Kind hatte das hübsche Gesicht eines Jungen, dunkelblonde Haare und … Zähne – den ganzen Mund voll mit weißen Zähnen.
Ich dachte die ganze Zeit über an das, was ich da geträumt hatte. (…) Ich bat den Herrn, Er möge mich diesen Traum verstehen lassen, wenn er etwas zu bedeuten hatte, oder aber vergessen lassen, wenn er bedeutungslos war. (…)
Am nächsten Tag blätterte ich in der neuen Ausgabe von „Liebt einander!“ und mein Blick fiel auf die folgenden Worte: „Bitte Jesus, Er möge Dir sagen, welches Geschlecht das Kind hat. Gebe ihm einen Namen und bitte es, es möge Dir die Abtreibung verzeihen“ …
Am nächsten Tag, als ich die Allerheiligen-Litanei betete, dachte ich über den Namen des Kindes nach. Aus dem Traum wusste ich, dass es ein Junge war. Ich gab ihm Namen, die mir gefielen oder Namen von Menschen, die ich liebte. Plötzlich kam mir der Name Josef ins Gedächtnis und sofort hörte ich auf, nach weiteren Namen zu suchen. Es war Josef, mein kleiner heiliger Josef! Während des Abendgebetes weinte ich, sprach mit Jesus und mit meinem Kind. Ich bat es aus ganzem Herzen um Vergebung und sagte ihm, wie sehr ich es liebe, wie viele Sorgen ich mir jahrelang gemacht habe, da ich nicht wusste, was mit seiner Seele geschehen war, nachdem sein Körper in Stücke gerissen wurde. Wie sehr bereute ich das, was ich getan hatte! Wie sehr sehnte ich mich danach, die Zeit zurückdrehen zu können! Ich würde alles dafür geben, um es ungeschehen zu machen … alles … Da ich aber nicht viel habe – würde ich mein Leben geben.
Hätte jetzt jemand den Mut, sich vor mich hinzustellen und zu sagen, er wäre ein Abtreibungs-Befürworter? Ich sage nichts … Ich kann nur weinen.
Das Wichtigste habe ich noch nicht erzählt. Wahrscheinlich verhält es sich in vielen Fällen sehr ähnlich. Das Kind, welches geboren werden soll, zerstört viele Pläne. Die neue Situation entsetzt die Mutter.
Ich hatte damals niemanden, der mir ein aufmunterndes Wort gesagt hätte, nur ein einziges Wort .. Ganz leicht fand sich ein Arzt, mein Mann bezahlte … In diesem Moment schaltete ich mein Bewusstsein einfach aus. Das, was ich getan hatte, wurde mir erst in der Nacht bewusst: Ich hatte einen Traum, ich kann mich noch ganz genau daran erinnern. Ich versuchte, ein gut ausgebildetes Neugeborenes in die Toilette zu stopfen und es abzuspülen …
Ich ging sofort zur Beichte und weinte bitterlich. Meine Sünden wurden mir vergeben, aber ich konnte nicht daran glauben, dass Gott mich nach dem, was ich getan hatte, noch lieben würde. Erst nach vielen Jahren hörte ich: „Wem viel vergeben wurde, der liebt mehr“ … Und erst da konnte ich meinen Kopf hoffnungsvoll erheben.
Jetzt weiß ich, dass Gott mich liebt, ich erfahre Seine Liebe und Seinen Schutz jeden Tag. Und noch mehr (das mag manchen vielleicht verärgern) – ich fühle mich wie ein Liebling Gottes. Seit gestern weiß ich, dass mein kleiner heiliger Josef mich liebt und – vielleicht klingt das merkwürdig – dass er sich bei mir wohlfühlt. Ich habe es gefühlt.
Ich wende mich an Frauen, die dasselbe erlebt haben wie ich: „Liebe schmerzhafte Mütter! An die Arbeit! An die Liebe! Ans Gebet! An die Dankbarkeit! An die Hoffnung! Wem viel vergeben wurde, der liebt mehr und hat etwas, wofür er die ganze Zeit danken kann“.
Eine Mutter
 

Jeder, der eine Abtreibung vorgenommen hat oder an einer Abtreibung beteiligt war, braucht eine seelische und psychosomatische Heilung. Dies ist nur dann möglich, wenn man sich ganz an Jesus lehnt und voll Vertrauen Seiner unendlichen Barmherzigkeit überlässt. Bekenne Jesus im Beichtsakrament mit aufrichtiger Reue und dem Willen zur Besserung alle Deine Sünden. Wenn Du Ihn dann in der Heiligen Kommunion empfängst, so bitte um die Vereinigung mit dem getöteten Kind, damit Du es im Geiste an Dich drücken kannst. Bitte Jesus, Er möge Dir sagen, welches Geschlecht Dein Kind hat. Gebe dem Kind einen Namen und bitte es um Vergebung für die Abtreibung. Nimm die Vergebung Jesu und Deines Kindes an. Wenn Gott und das Kind Dir vergeben haben, dann vergebe Du Dir auch. Sage dem Kind, dass Du es liebst und dass Du eifrig versuchen wirst, jeden Tag zu beten, die Sakramente zu empfangen und gemäß dem Evangelium zu leben, um sich so gut wie möglich auf das Treffen mit Gott im Augenblick des Todes vorzubereiten, damit ihr Euch gemeinsam im Himmel freuen könnt.

 

Wenn all diese Schritte, die zur Heilung führen, in das Beichtsakrament und die Eucharistie, die für die Eltern und das Kind gefeiert wird, hineingenommen werden, wird Christus sicherlich alle, die an dem Abtreibungs-Syndrom leiden, heilen!

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